Auf den Spuren Platons vom 25.08.2025
Sitzungsplanung
Geschichtlicher Kontext
Zu Platon gibt es sicherlich viel geschichtliches Wissen, das wir entdecken können. Ganz besonders interessiert mich jedoch seine Person, da er die einzige bekannte und wissenschaftlich anerkannte Quelle für Atlantis ist. Die Überlieferung der Atlantisgeschichte ist ausschließlich in zwei Dialogen Platons erhalten, dem Timaios und dem Kritias. In diesen Schriften wird die Erzählung als eine Traditionslinie dargestellt, die ihren Ursprung im alten Ägypten hat. Der Kritias bricht jedoch mitten in der Schilderung ab, sodass uns die Geschichte nur in fragmentarischer Form überliefert ist.
Im Mittelpunkt stehen mehrere historische Persönlichkeiten, die Platon als Träger und Vermittler der Erzählung einsetzt. Der athenische Gesetzgeber Solon, der um 640 bis 560 v. Chr. lebte und als einer der „Sieben Weisen“ galt, soll während einer Reise in die ägyptische Stadt Sais von Priestern die Kunde von Atlantis und einem urzeitlichen Athen erfahren haben. Er begann, diese Erzählung aufzuschreiben, konnte sie aber nicht vollenden. Ein Vorfahr der Familie Kritias, der im 6. Jahrhundert v. Chr. lebte, soll die Geschichte direkt von Solon übernommen haben. Dadurch entstand eine familiäre Traditionslinie, die schließlich beim jüngeren Kritias, einem Verwandten Platons, ankam. Kritias der Jüngere, politisch als Mitglied der „Dreißig Tyrannen“ bekannt, tritt in Platons Dialogen als Erzähler auf und führt so die Überlieferung weiter. Als ursprüngliche Hüter des Wissens erscheinen die Priester von Sais, die Solon von einem sehr alten Krieg zwischen Ur-Athen und Atlantis berichteten.
Die Erzählung beschreibt ein urzeitliches Athen, das nach den ägyptischen Angaben 9000 Jahre vor Solons eigener Zeit existiert habe. Dieses Ur-Athen war eine hochentwickelte Kultur, deren Staatsordnung auf Tugend und Gemeinschaftssinn beruhte und die stark an Platons Idealstaat erinnert. In dieser fernen Vergangenheit sei es Athen gelungen, den Angriff von Atlantis zurückzuschlagen und andere Völker von dessen Herrschaft zu befreien.
Platon berichtet über Atlantis als ein mächtiges Inselreich, das „jenseits der Säulen des Herakles“ lag, womit die Straße von Gibraltar gemeint ist. Dort, so heißt es, beginne „ein Meer, das wirklich als ein Meer zu bezeichnen ist“, im Gegensatz zum nur wie eine „Hafeneinfahrt“ wirkenden Mittelmeer (Timaios 25a–b). Damit wird Atlantis ausdrücklich im Atlantik verortet.
Besonders eindrücklich ist die Schilderung der Hauptstadt mit ihrem konzentrischen Ringaufbau. Kritias berichtet:
„In der Mitte aber lag ein Hügel, nicht groß, ringsum von Meer und Land umgeben. Um ihn herum machten sie drei Wasser- und zwei Landringe, die abwechselnd die Insel umgaben, größer und kleiner, so daß einer von einem anderen rings eingeschlossen war, und ließen sie, als von Natur beschaffen, durch Brücken miteinander verbinden.“ (Kritias 115d–e).
Die Stadt besaß prächtige Bauten, darunter den Tempel des Poseidon:
„Er war hundert Meter lang, dreißig Meter breit und in angemessener Höhe errichtet. Er war ganz mit Silber überzogen, nur die Akroterien waren mit Gold bedeckt. Im Innern stand eine Statue des Poseidon, sechzig Ellen hoch, auf einem Wagen stehend, von sechs geflügelten Rossen gezogen.“ (Kritias 116c–d).
Auch die natürliche Fülle der Insel wird hervorgehoben. Atlantis sei „reich an Holz, an Metallen, an Früchten jeder Art und an zahllosen Tieren“ gewesen, darunter auch „eine damals noch lebende Gattung von Elefanten“ (Kritias 114e–115b).
Die Lage im Atlantik, die Größe des Reiches und die monumentale Gestaltung der Hauptstadt sollten den Eindruck einer überragenden Macht vermitteln. Platon betont, dass Atlantis einst „größer war als Libyen und Asien zusammen“ (Timaios 24e). Zugleich sei diese Größe mit Hochmut und Dekadenz einhergegangen – ein Kontrast zu der Tugendhaftigkeit des urzeitlichen Athens, das den Angriff von Atlantis zurückschlug.
Historische Einblicke der Reise
Platon und die Manifestationsebene – Einblicke in die Entstehung unserer materiellen Welt
Wer sich die Sitzung nachträglich anhören möchte gelangt über den folgenden Link zur Audiodatei!
