In dieser Inkarnation war Michaela als Gelehrter dorthin gereist, um dieses Wissen zu lernen. In der Wahrnehmung zeigte sich, dass sie von einem Fürsten aus ihrer Heimat entsandt worden war, um astronomisches Wissen zu erwerben und dieses später in ihre eigene Region zurückzubringen. Ziel war es, den Menschen einen zuverlässigeren Kalender zur Verfügung zu stellen, damit sie den richtigen Zeitpunkt für Aussaat und Ernte bestimmen konnten.
Die Bilder wechselten anschließend in eine Landschaft, die als Mitteldeutschland beschrieben wurde. Michaela nahm fruchtbare Böden, große Felder und Siedlungen mit Langhäusern wahr. Außerdem wurde ein Fluss erkannt, der als Unstrut beschrieben wurde. Interessanterweise liegt der tatsächliche Fundort der Himmelsscheibe genau in dieser Region: auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt, nicht weit von der Unstrut entfernt. Archäologisch gehört diese Gegend zur sogenannten Aunjetitzer Kultur der frühen Bronzezeit, die zwischen etwa 2200 und 1600 v. Chr. existierte und stark vom Ackerbau geprägt war.
In der Wahrnehmung begann nun die Umsetzung des erlernten Wissens. Es wurde beschrieben, wie eine runde Scheibe angefertigt wurde, auf der Sterne, eine Mondsichel und besonders die sieben Sterne der Plejaden dargestellt waren. Michaela nahm insgesamt 32 Sterne wahr. Auch auf der echten Himmelsscheibe befinden sich tatsächlich 32 goldene Sterne, darunter eine auffällige Gruppe von sieben Sternen, die von vielen Forschern als Darstellung der Plejaden interpretiert wird. Diese Sternengruppe spielte in vielen frühen Kulturen eine wichtige Rolle für den landwirtschaftlichen Kalender, da ihr Auf- und Untergang im Jahresverlauf Hinweise auf wichtige Zeiten für Aussaat und Ernte geben konnte.
Ein besonders auffälliges Detail der Sitzung war ein Winkel von etwa 82 Grad, der mehrfach in der Wahrnehmung auftauchte. Michaela beschrieb, wie man auf einem Berg stand und von dort zu einem anderen Berg blickte, um den Himmel zu beobachten und bestimmte Ausrichtungen zu überprüfen. Auch hier gibt es eine bemerkenswerte Parallele zur Forschung. Die beiden goldenen Randbögen auf der Himmelsscheibe besitzen eine Winkelspanne von etwa 82 bis 83 Grad. Dieser Winkel entspricht genau dem Abstand der Sonnenuntergangspunkte zwischen Sommer- und Wintersonnenwende auf der geografischen Breite Mitteldeutschlands. Viele Archäologen interpretieren diese Bögen deshalb als Markierungen der Sonnenwenden.
Während der Reise erschien außerdem ein weiteres sehr eindrückliches Bild: Michaela sah in der Landschaft einen großen, weißen Hügel, der wie eine flache Pyramide wirkte. Die Oberfläche erschien hell und kreideartig, fast wie Kalk oder pulverisierte weiße Erde. In der Wahrnehmung befanden sich im Inneren Grabkammern, in denen Fürsten bestattet worden waren, begleitet von zahlreichen Beilen und anderen Grabbeigaben.
Für diese Beobachtung gibt es eine bemerkenswerte archäologische Parallele. In der Region existierte tatsächlich ein außergewöhnlich großer bronzezeitlicher Grabhügel: der Bornhöck. Dieser monumentale Hügel wurde etwa um 1800 v. Chr. errichtet und gilt als eines der größten Fürstengräber der frühen Bronzezeit in Mitteleuropa. Archäologische Untersuchungen zeigen, dass der Bornhöck ursprünglich etwa 20 Meter hoch gewesen sein könnte und einen Durchmesser von rund 65 Metern hatte. Er wurde im 19. Jahrhundert weitgehend abgetragen, doch neuere Ausgrabungen konnten seine ursprüngliche Größe und Bedeutung rekonstruieren. Besonders interessant ist dabei ein Detail, das auch mit Michaelas Wahrnehmung zusammenpasst: Untersuchungen zeigen, dass der Hügel teilweise mit hellen Materialien und kalkhaltigem Gestein aufgeschüttet war. Solche Kalk- oder Kreideschichten konnten dem Hügel eine deutlich hellere Oberfläche verleihen. In einer Landschaft mit dunkleren Böden kann ein solcher Hügel aus der Entfernung tatsächlich sehr hell oder sogar weiß erscheinen. Genau diese helle, fast kreideartige Oberfläche wurde auch während der Seelenreise beschrieben.
In der Seelenreise zeigte sich außerdem, dass die Scheibe über mehrere Generationen hinweg genutzt wurde und später Veränderungen erfuhr. Neue Elemente wurden hinzugefügt, unter anderem Darstellungen von Schiffen oder Barken. Auch dies passt zu den archäologischen Untersuchungen. Die Himmelsscheibe wurde tatsächlich in mehreren Phasen verändert. In einer späteren Phase wurde ein weiterer goldener Bogen hinzugefügt, der von vielen Forschern als sogenannte Sonnenbarke interpretiert wird – ein Symbol, das auch aus anderen bronzezeitlichen Kulturen bekannt ist und mit der Reise der Sonne über den Himmel in Verbindung gebracht wird.
Im weiteren Verlauf der Bilder tauchten große kreisförmige Anlagen aus Holzpfählen auf, die wie Sonnenobservatorien wirkten. Durch bestimmte Öffnungen oder Ausrichtungen konnte das Sonnenlicht zu bestimmten Tagen in diese Anlagen einfallen und wichtige Zeitpunkte im Jahreslauf anzeigen. Auch hierfür gibt es historische Beispiele. In Mitteleuropa sind mehrere solche Anlagen bekannt, zum Beispiel der Kreis von Goseck oder die Anlage von Pömmelte. Beide zeigen astronomische Ausrichtungen und belegen, dass Himmelsbeobachtungen bereits lange vor der Himmelsscheibe eine wichtige Rolle spielten.
Später zeigte die Reise eine Phase klimatischer Veränderungen. Mehrere kalte Jahre mit schlechteren Ernten wurden wahrgenommen, der Himmel erschien dunkler und das Klima kühler. In der Wahrnehmung glaubten die Menschen damals, sie hätten die Götter verärgert oder die Scheibe hätte Unglück gebracht, weshalb sie schließlich vergraben wurde. Interessanterweise gibt es auch hierfür eine mögliche historische Erklärung. Um etwa 1627 v. Chr. kam es im Mittelmeerraum zu einem der größten bekannten Vulkanausbrüche der Antike: dem Ausbruch des Vulkans auf der Insel Santorini (Thera). Dieser gewaltige Ausbruch schleuderte enorme Mengen an Asche und Aerosolen in die Atmosphäre. Viele Forscher gehen davon aus, dass dies über mehrere Jahre hinweg zu klimatischen Veränderungen geführt haben könnte, mit dunkleren Himmeln, kühleren Temperaturen und schlechteren Ernten in verschiedenen Regionen Europas. Solche Ereignisse könnten erklären, warum Menschen dieser Zeit plötzlich ungewöhnliche klimatische Bedingungen erlebten, ohne deren Ursache zu kennen.
Schließlich wurde die Scheibe bewusst vergraben. In der Wahrnehmung wurde beschrieben, dass sie zusammen mit zwei Schwertern in die Erde gelegt wurde. Tatsächlich wurde die Himmelsscheibe bei ihrer Entdeckung zusammen mit zwei Schwertern, zwei Beilen, Armspiralen und einem Meißel gefunden. Die Vergrabung wird archäologisch auf etwa 1600 v. Chr. datiert.
Der emotionalste Teil der Sitzung zeigte sich jedoch nach dem Tod dieser Inkarnation. Michaela nahm eine Ebene wahr, in der sich mehrere Gelehrtenseelen begegneten, die in unterschiedlichen Zeiten Wissen auf die Erde gebracht hatten. Einige wirkten wie Gelehrte aus der griechischen Antike. In dieser Begegnung erschien erneut das Sternbild der sieben Schwestern. In der Erfahrung wurde deutlich, dass dieses Sternbild für die Seele mehr als nur ein astronomisches Objekt darstellt. Es wurde als eine Art ursprüngliche Heimat oder Herkunftsebene wahrgenommen. Gleichzeitig entstand die Einsicht, dass der Weg dorthin im Moment noch nicht offen ist, weil die Seele weiterhin Erfahrungen auf der Erde sammeln möchte und Wissen weitergeben soll.
Am Ende der Sitzung waren viele von uns sehr bewegt. Besonders die zahlreichen Überschneidungen zwischen den wahrgenommenen Bildern und den heute bekannten archäologischen Erkenntnissen haben uns zum Nachdenken gebracht. Natürlich bleibt eine solche Erfahrung eine subjektive Wahrnehmung aus einer Seelenreise. Gleichzeitig stellt sich immer wieder die Frage, ob in solchen inneren Reisen vielleicht Erinnerungen oder Wissensfelder berührt werden können, die weit in die Vergangenheit der Menschheit zurückreichen. Für unsere Metaarchäologiegruppe war diese gemeinsame Erfahrung jedenfalls ein sehr besonderer Moment.
Wer sich die Sitzung nachträglich anhören möchte gelangt über den folgenden Link zur Audiodatei!